Fußball-WM 2026: Alle Spiele und Anstoßzeiten der deutschen Mannschaft

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wird das größte Turnier in der Geschichte des Fußballs. Erstmals treten 48 Mannschaften an, verteilt auf zwölf Vierergruppen, und insgesamt 104 Partien stehen auf dem Spielplan. Für die deutsche Nationalmannschaft unter Bundestrainer Julian Nagelsmann beginnt damit die Mission, nach zwei enttäuschenden Vorrunden-Aus bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 endlich wieder für positive Schlagzeilen zu sorgen. Hier gibt es den kompletten Überblick über alle deutschen Gruppenspiele, die Anstoßzeiten, die Spielorte und einen Ausblick auf die mögliche K.o.-Runde.

Deutschland in der Gruppe E: Die Ausgangslage

Bei der Auslosung am 5. Dezember 2025 in Washington landete Deutschland in der Gruppe E – zusammen mit dem WM-Debütanten Curaçao, dem amtierenden Afrikameister Elfenbeinküste und dem südamerikanischen Qualifikanten Ecuador. Auf dem Papier eine machbare Gruppe für den vierfachen Weltmeister, doch Bundestrainer Nagelsmann warnte bereits bei der Auslosung vor Übermut. Er betonte, dass die Gruppenphase so überstanden werden müsse, dass man sicher in die K.o.-Phase einzieht – ohne den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen.

Deutschland ist der einzige europäische Vertreter in der Gruppe E und geht als klarer Favorit auf den Gruppensieg ins Turnier. Mit einem geschätzten Kadermarktwert von über 800 Millionen Euro stellt die DFB-Auswahl das mit Abstand wertvollste Aufgebot der Gruppe. Auch die FIFA-Weltrangliste spricht eine deutliche Sprache: Deutschland liegt vor allen drei Gruppengegnern. Dennoch lehrt die jüngere Turnierhistorie Demut – wer zweimal in Folge in der WM-Vorrunde scheiterte, darf keine Konstellation mehr unterschätzen.

Alle Gruppenspiele der deutschen Mannschaft auf einen Blick

SpieltagDatumAnstoß (MESZ)PaarungStadion / StadtTV
1So., 14. Juni 202619:00 UhrDeutschland – CuraçaoNRG Stadium, Houston (USA)ARD
2Sa., 20. Juni 202622:00 UhrDeutschland – ElfenbeinküsteBMO Field, Toronto (Kanada)ZDF
3Mi., 25. Juni 202622:00 UhrEcuador – DeutschlandMetLife Stadium, East Rutherford/New York (USA)ARD

Spiel 1: Deutschland gegen Curaçao – Sonntag, 14. Juni 2026

Anstoß: 19:00 Uhr MESZ (12:00 Uhr Ortszeit)
Stadion: NRG Stadium, Houston, Texas, USA
TV-Übertragung: ARD (im TV und per Livestream)

Den Auftakt in die WM 2026 macht die deutsche Mannschaft gegen den wohl größten Außenseiter des gesamten Turniers. Curaçao, der karibische Inselstaat mit rund 156.000 Einwohnern – etwa so viele wie die Universitätsstadt Heidelberg – hat sich erstmals in der Geschichte für eine WM-Endrunde qualifiziert und ist damit der kleinste Teilnehmer, der jemals bei einer Weltmeisterschaft dabei war.

Auf dem Weg zur WM setzte sich Curaçao in der CONCACAF-Qualifikation gegen ehemalige WM-Teilnehmer wie Jamaika und Trinidad und Tobago durch und blieb in allen sechs Qualifikationsspielen unbesiegt. Die fußballerische DNA der Mannschaft ist stark niederländisch geprägt: Curaçao gehört zum Königreich der Niederlande, und viele Nationalspieler sind in den Niederlanden geboren und ausgebildet worden. Prominentester Name im Kader ist Mittelfeldspieler Tahith Chong, der aktuell bei Sheffield United in der englischen Championship unter Vertrag steht und zuvor bei Manchester United spielte.

Auf der Trainerbank gab es kurz vor der WM einen Wechsel: Der erfahrene Dick Advocaat, einst Trainer von Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga, trat aus familiären Gründen zurück. Sein Nachfolger wurde mit Fred Rutten ein weiterer niederländischer Coach mit Bundesliga-Erfahrung. Die jüngsten Testspiele liefen für Curaçao allerdings wenig ermutigend – eine 0:2-Niederlage gegen China und ein 1:5 in Australien Ende März zeigten die Grenzen des Teams auf.

Nagelsmann bezeichnete Curaçao als „Wundertüte“, betonte aber, dass man nicht den Fehler machen werde, den Gegner zu unterschätzen. Für die deutschen Fans ist die Anstoßzeit von 19:00 Uhr MESZ die angenehmste des Turniers – ein perfekter Zeitpunkt für den WM-Auftakt am Sonntagabend.

Spiel 2: Deutschland gegen Elfenbeinküste – Samstag, 20. Juni 2026

Anstoß: 22:00 Uhr MESZ (16:00 Uhr Ortszeit)
Stadion: BMO Field, Toronto, Ontario, Kanada
TV-Übertragung: ZDF (im TV und per Livestream)

Sechs Tage nach dem Auftakt wechselt die deutsche Mannschaft das Land und trifft im kanadischen Toronto auf die Elfenbeinküste. Es wird eine historische Premiere sein: Noch nie gab es ein Pflichtspiel zwischen Deutschland und den „Elefanten“ aus Westafrika. Das einzige bisherige Aufeinandertreffen war ein Freundschaftsspiel im Jahr 2009 auf Schalke, das 2:2 endete – Lukas Podolski erzielte damals beide deutschen Treffer.

Die Elfenbeinküste kommt als amtierender Afrika-Cup-Sieger zur WM und hat sich in der Qualifikation beeindruckend souverän präsentiert. In zehn Qualifikationsspielen holte das Team acht Siege und zwei Unentschieden – ohne ein einziges Gegentor zu kassieren. Für die Ivorer ist es nach 2006, 2010 und 2014 die vierte WM-Teilnahme, wobei die Vorrunde bislang jedes Mal die Endstation war.

Der Kader der Elfenbeinküste verfügt über beachtliche individuelle Qualität, auch wenn eine Identifikationsfigur wie einst Didier Drogba fehlt. Abwehrspieler Ousmane Diomandé von Sporting Lissabon, der junge Yan Diomandé von RB Leipzig und Offensivspieler Amad Diallo von Manchester United zählen zu den auffälligsten Akteuren. Trainer Emerse Faé bringt zwar noch relativ wenig Erfahrung mit, kann aber auf eine technisch starke und athletisch beeindruckende Mannschaft bauen. Der Kadermarktwert der Elfenbeinküste liegt bei rund 371 Millionen Euro – damit sind die Ivorer sogar vor Ecuador gelistet und ein ernsthafter Kandidat für das Weiterkommen.

Im letzten Testspiel vor der WM bestätigte die Elfenbeinküste ihre gute Form mit einem 1:0-Sieg gegen Schottland. Nicolas Pépé erzielte dabei den Siegtreffer. Für Deutschland dürfte dieses zweite Gruppenspiel die erste echte Bewährungsprobe werden.

Spiel 3: Ecuador gegen Deutschland – Mittwoch, 25. Juni 2026

Anstoß: 22:00 Uhr MESZ (16:00 Uhr Ortszeit)
Stadion: MetLife Stadium, East Rutherford, New Jersey, USA
TV-Übertragung: ARD (im TV und per Livestream)

Das abschließende Gruppenspiel steigt im MetLife Stadium in East Rutherford bei New York – genau dort, wo am 19. Juli auch das WM-Finale ausgetragen wird. Es ist ein Stadion mit Symbolkraft: Wer hier in der Gruppenphase spielt, bekommt schon einmal einen Vorgeschmack auf den möglichen Höhepunkt des Turniers.

Ecuador gilt nach Einschätzung von Nagelsmann als der schwierigste der drei Gruppengegner. In der südamerikanischen WM-Qualifikation wurde Ecuador Zweiter hinter Titelverteidiger Argentinien und schloss die Qualifikation nur knapp hinter der „Albiceleste“ ab. Bemerkenswert dabei: Ecuador besiegte Argentinien sogar mit 1:0 und spielte gegen Rekordweltmeister Brasilien 0:0 – alles das bei nur fünf Gegentoren in 18 Qualifikationsspielen.

Die defensive Stabilität ist das Markenzeichen der ecuadorianischen Mannschaft unter dem argentinischen Trainer Sebastián Beccacece. Das Abwehrzentrum bilden mit Willian Pacho von Paris Saint-Germain und Piero Hincapié von Arsenal zwei international gefragte Innenverteidiger. Davor sorgt Moisés Caicedo vom FC Chelsea im defensiven Mittelfeld für zusätzliche Absicherung. Kapitän und Rekordspieler Enner Valencia könnte mit 36 Jahren seine dritte WM nach 2014 und 2022 bestreiten.

Deutschland und Ecuador trafen einmal bei einer WM aufeinander – bei der Heim-WM 2006 in Berlin, als die bereits fürs Achtelfinale qualifizierte DFB-Elf locker mit 3:0 gewann. Doch wie Nagelsmann selbst anmerkte: „Allzu viele Spieler sind nicht mehr dabei.“ Im jüngsten Testspiel trotzte Ecuador den Niederlanden ein 1:1 ab und bewies erneut seine Widerstandsfähigkeit auf internationalem Niveau.

Am letzten Spieltag werden die beiden Gruppenspiele zeitgleich ausgetragen: Während Deutschland gegen Ecuador antritt, spielen Elfenbeinküste und Curaçao parallel um ihre letzten Chancen auf das Weiterkommen.

Die Anstoßzeiten im Überblick: Fanfreundlich, aber mit Herausforderungen

Die gute Nachricht für deutsche Fans: Alle drei Gruppenspiele der DFB-Elf liegen zu zuschauerfreundlichen Uhrzeiten. Das Auftaktspiel gegen Curaçao beginnt bereits um 19:00 Uhr MESZ, die beiden Folgebegegnungen gegen die Elfenbeinküste und Ecuador werden jeweils um 22:00 Uhr MESZ angepfiffen. Damit bleibt der deutschen Mannschaft das Schicksal vieler anderer Teams erspart, deren Spiele aufgrund der vier Zeitzonen des Turniers teilweise erst um zwei oder drei Uhr morgens europäischer Zeit beginnen.

Insgesamt gibt es bei der WM 2026 ganze 16 verschiedene Anstoßzeiten – ein enormer Kontrast zur Heim-EM 2024, bei der es nur drei verschiedene Spielzeiten gab. Die früheste Anstoßzeit liegt bei 18:00 Uhr MESZ, die späteste bei 06:00 Uhr MESZ. Vor allem Spiele an der US-Westküste in Städten wie Los Angeles, San Francisco oder Seattle können für europäische Zuschauer zur Herausforderung werden.

TV-Übertragung: ARD und ZDF teilen sich die Spiele

In Deutschland übertragen ARD und ZDF gemeinsam insgesamt 60 der 104 WM-Spiele, darunter alle Partien der deutschen Nationalmannschaft sowie das Eröffnungsspiel, die Halbfinals und das Finale. Die öffentlich-rechtlichen Sender erwarben eine Sublizenz von der Deutschen Telekom, die sämtliche 104 Spiele bei MagentaTV zeigt. Das erste und dritte Gruppenspiel der DFB-Elf laufen in der ARD, das zweite Spiel gegen die Elfenbeinküste wird vom ZDF übertragen.

Das Teamquartier: Winston-Salem in North Carolina

Für die Dauer des Turniers bezieht die deutsche Mannschaft ihr Quartier im „The Graylyn Estate“ in Winston-Salem, einer Kleinstadt mit rund 250.000 Einwohnern im US-Bundesstaat North Carolina. Trainiert wird auf dem nahegelegenen Gelände der Wake Forest University. Der Standort liegt etwa anderthalb Stunden von Charlotte entfernt und bietet der Mannschaft die nötige Ruhe abseits der großen Medienmetropolen – bei gleichzeitig guter Anbindung an die Spielorte Houston, Toronto und New York.

Ausblick: Deutschlands möglicher Weg in der K.o.-Runde

Durch die Aufstockung auf 48 Teams gibt es bei der WM 2026 erstmals ein Sechzehntelfinale als zusätzliche K.o.-Runde. Neben den Gruppenerstern und -zweiten qualifizieren sich auch die acht besten Gruppendritten für diese Runde der letzten 32. Deutschlands Weg hängt entscheidend von der Platzierung in der Gruppenphase ab.

Als Gruppensieger würde die DFB-Elf im Sechzehntelfinale auf einen der acht besten Gruppendritten treffen – möglicherweise auf Teams wie Australien, Kanada, Paraguay oder Schottland. Das wäre ein vergleichsweise sanfter Einstieg in die K.o.-Phase. Im anschließenden Achtelfinale könnte dann allerdings bereits Frankreich warten, falls die Équipe Tricolore ihre Gruppe I gewinnt.

Deutlich steiniger wird der Weg als Gruppenzweiter: Dann droht bereits im Sechzehntelfinale ein Duell mit dem Zweiten der Gruppe I – also möglicherweise Frankreich, Norwegen oder der Senegal. Im Achtelfinale könnte anschließend Rekordweltmeister Brasilien warten.

Der Turnierbaum macht damit eines überdeutlich: Der Gruppensieg ist das strategische Ziel Nummer eins. Wer die Gruppe E als Erster abschließt, hat einen deutlich leichteren Weg durch das Turnier und trifft auf die ganz großen Gegner erst in den späteren Runden.

Termine der K.o.-Runde im Überblick

Für alle, die schon einmal vorausplanen möchten: Das Sechzehntelfinale findet vom 28. Juni bis zum 4. Juli statt, das Achtelfinale vom 4. bis 7. Juli, das Viertelfinale vom 9. bis 12. Juli. Die beiden Halbfinals steigen am 14. Juli in Dallas und am 15. Juli in Atlanta. Das Spiel um Platz drei ist für den 18. Juli in Miami angesetzt, und das große Finale findet am 19. Juli um 21:00 Uhr MESZ im MetLife Stadium in East Rutherford statt – genau dort, wo Deutschland sein letztes Gruppenspiel bestreitet.

Neues WM-Format: Was Fans wissen müssen

Die WM 2026 unterscheidet sich grundlegend von bisherigen Turnieren. Statt 32 treten erstmals 48 Mannschaften an, aufgeteilt in zwölf Vierergruppen statt der bisherigen acht. In jeder Gruppe spielt jedes Team drei Partien, und neben den Erst- und Zweitplatzierten kommen auch die acht besten Gruppendritten weiter. Insgesamt erreichen damit 32 Teams die K.o.-Runde – doppelt so viele wie beim bisherigen Achtelfinale früherer Turniere.

Das hat Konsequenzen: Der künftige Weltmeister muss insgesamt acht Spiele absolvieren statt der bisherigen sieben. Das Turnier erstreckt sich über 39 Tage – vom Eröffnungsspiel am 11. Juni bis zum Finale am 19. Juli. Gespielt wird in 16 Städten, verteilt über drei Länder und vier Zeitzonen. Die Distanzen sind enorm und stellen Teams, Medien und Fans vor logistische Herausforderungen, die es in dieser Form noch nie gab.

Für deutsche Fans, die ihre Mannschaft vor Ort unterstützen möchten, wurde der Ticketkauf über das bewährte Bonuspunktesystem des Fan Club Nationalmannschaft abgewickelt. Der DFB konnte dabei auch eine begrenzte Anzahl vergünstigter Tickets zum FIFA-Festpreis von 60 US-Dollar bereitstellen – rund 580 für das Spiel gegen Curaçao, knapp 400 für die Partie gegen die Elfenbeinküste und gut 630 für das Duell mit Ecuador.

Fazit: Machbare Gruppe, angenehme Anstoßzeiten, große Ambitionen

Die Gruppe E bietet der deutschen Mannschaft eine realistische Chance auf einen erfolgreichen Turnierstart. Mit dem WM-Neuling Curaçao als Auftaktgegner, dem ambitionierten Afrikameister Elfenbeinküste und dem defensiv starken Ecuador wartet eine Mischung aus Pflichtaufgabe und ernsthafter Herausforderung. Die Anstoßzeiten von 19:00 und 22:00 Uhr MESZ sind für deutsche Fans geradezu ideal – ein Luxus, den bei diesem Turnier in vier Zeitzonen längst nicht alle Nationen genießen.

Ob es für Deutschland nach den Enttäuschungen von 2018 und 2022 wieder zu einem großen Turniererfolg reicht, wird sich zeigen. Die Voraussetzungen stimmen: Eine talentierte Mannschaft mit Stars wie Jamal Musiala und Florian Wirtz, ein erfahrener Bundestrainer und eine machbare Vorrunde. Jetzt müssen die Taten auf dem Platz folgen – ab dem 14. Juni in Houston.

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